Positionen

Die SPD-Mitglieder Arne Bischoff (OV Eversten), Torsten Bruns (OV Nord), Bianca Klimsch (OV Stadtmitte-Süd), Jakob Rohde (OV Bloherfelde/Bürgerfelde) und Christopher Schöne (OV Stadtmitte-Süd) fordern:
Raus aus dem Forum
Für eine realitätsnahe Gestaltung der Jusos Oldenburg
Das Wahldebakel der SPD vom 27. September 2009 auf allen Ebenen lässt sich nicht beschönigen. Jedes Mitglied der SPD, jedes Mitglied der Jusos muss sich fragen, inwiefern es einen Beitrag dazu geleistet hat, dass die Situation so ist, wie sie ist. Daher muss ein Umdenken stattfinden, was Inhalte, Strukturen und Personal betrifft.
Gerade die Jusos waren es, die in früheren Zeiten die Geschicke der Partei maßgeblich beeinflusst haben. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Auch inhaltlich wurde die Linie der Partei, seitens der Jusos mitbestimmt. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Die Jusos waren in der Lage, junge Menschen für Politik zu begeistern und somit der Partei den Nachwuchs zu sichern. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Die Jusos haben führende Persönlichkeiten der Partei hervorgebracht. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Juso- Politik war Politik von politisch interessierten Jungen Menschen für politisch interessierte Menschen und die, die es noch werden wollten. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Stattdessen hat die Oligarchie Einzug in die Strukturen der Jusos erhalten, auf allen Ebenen.
Diese Umstände müssen verändert werden, um die Jusos wieder zu einer treibenden Kraft innerhalb der SPD zu machen. Diese Umstände müssen verändert werden, um die Jusos wieder als eine gesellschaftlich wahrgenommene Möglichkeit für junge Menschen sich politisch zu engagieren, zu verankern.
Junge Menschen brauchen eine Möglichkeit der politischen Partizipation und eine funktionierende Politik kann ohne eine partizipierende Jugend nicht bestehen!
Um eine wirksame Erneuerung der Jusos, innovatives Handeln was innerparteiliche und öffentliche Arbeit, Strukturen und generelle Ziele betrifft zu erreichen, ist es nötig einen Paradigmenwechsel durchzuführen. Es gibt keine allgemeine Juso- Arbeit, vielmehr gibt es ein inhaltliches und ein strukturelles Paradigma die eine Vorraussetzung für eine gute, wirksame und reale Teilnahme der Jusos an der Politik bilden.
Die beiden Paradigmen sind gleichwertig und bedingen sich gegenseitig.
Strukturelles Paradigma
Unter dem strukturellen Paradigma ist eine Änderung in generellen Zielen, eine Änderung in der inneren Struktur und eine Änderung der Öffentlichkeitsarbeit zu verstehen.
Generell:
Der Neu- bzw. Wiederaufbau der Jusos Oldenburg erfordert eine grundsätzliche Umstrukturierung derselben, dadurch können generelle Ziele, wie Mitgliedergewinnung, öffentliche Wahrnehmung sowie innerparteiliches Auftreten der Jusos.
Innere Struktur:
Die Jusos als Arbeitsgemeinschaft der SPD müssen sich an der innerparteilichen Entscheidungsfindung der Partei beteiligen und in der Lage sein, diese mitzubestimmen. Dazu müssen sie sich kritisch mit den vorherrschenden Positionen der Partei auseinandersetzen und ihre eigene Meinung zu diesen entwickeln. Dies kann nur durch eine direkte Zusammenarbeit mit und in den Ortsvereinen gelingen. Eine weitere Maßnahme stellt die Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgemeinschaften der SPD dar (z.B. AG 60+ um eine generationsübergreifende Politik zu ermöglichen).
Die Jusos müssen sich, um ihren Vorstellungen Nachdruck zu verleihen, in den Gremien der Partei vertikal integrieren. Eine weitere Möglichkeit dies zu tun besteht in der aktiven Mitgestaltung von Parteitagen. Dazu sind gemeinsame Aktionen zur Weiterbildung der Jusos hilfreich. Mittels „Circle Expansion“ werden interessierte junge Menschen in unsere Organisation eingebunden. Die Idee der „Circle Expansion“ beruht auf einer freien, gemeinsamen Runde, in der das Unpolitische politisch wird. Verstärken wollen wir die Verankerung neuer Mitglieder mit Hilfe eines Patenschaftsprogramms durch das sie dauerhaft an die Juso- und Parteiarbeit gebunden werden. Hierbei soll das neu gewonnene Mitglied durch ein Vorstandsmitglied unterstützt und begleitet werden.
Damit die Jusos eigenständig arbeiten können müssen sie die Möglichkeit haben, sich eigenverantwortlich zu organisieren. Das schließt die eigene Kontrolle über finanzielle Mittel mit ein.
Um ein einheitliches Auftreten der Jusos vor der SPD Oldenburg zu ermöglichen ist es zwingend notwendig jeden, der mitarbeiten möchte zu berücksichtigen, Ausgrenzung zu verhindern und sich offen zu präsentieren!
Öffentlichkeit:
Die Jusos Oldenburg müssen zukünftig nach außen öffnen. Ein Mittel hierzu stellt die Öffentlichkeitsarbeit dar. Diese muss reaktiviert und weiter ausgebaut werden.
Ein ansprechend gestalteter und inhaltlich aktueller Internetauftritt bildet die Grundvoraussetzung hierzu. Wir fordern Transparenz der innerparteilichen Entscheidungen, daher müssen wir Jusos gemeinsam mit gutem Beispiel voranschreiten. Hierzu gehört insbesondere die innerparteiliche Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle.
Eine Öffnung nach außen kann nur gewährleistet werden, wenn interessierten jugendlichen Nichtmitgliedern ausreichende Möglichkeiten gegeben werden. Hiermit wollen wir erreichen, dass wir nicht nur wahrgenommen werden, sondern als alternativer politischer Ansprechpartner gelten.
Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf folgender Art von Öffentlichkeitsarbeit:
Regelmäßig stattfindende, effektive Infostände um unsere Ideen zu präsentieren, sowie junge Menschen anzusprechen, zu informieren und für unsere Politik zu gewinnen. Dazu sollen öffentliche Dialogveranstaltungen mit verschiedenen Referenten stattfinden, die gemeinsam mit uns über aktuelle und alternative Themen nachdenken und diskutieren. Somit soll eine pressewirksame Darstellung, unter anderem auch auf Großveranstaltungen, unserer gemeinsamen Vorstellungen zu expliziten Themenkomplexen erreicht werden. Denn nur die offene Darstellung unserer gemeinsamen Meinung, kann zur politisch wichtigen Transparenz führen.
Raus aus einem isolierten Forum!
Inhaltliches Paradigma
Das inhaltliche Paradigma besteht aus dem Leitsatz „Inhalte leben von den Leuten, die sie einbringen.“. Dieser beruht auf drei aufeinander aufbauenden Abschnitten.
Konkret bedeutet dies, dass sich die zu behandelnden Themen in der Gruppe finden. Die Positionierung zu diesen Themen entsteht aus Diskussion innerhalb der Gruppe. Dies ermöglicht die Erarbeitung eigener politischer Felder.
Dank des gewünschten Pluralismus wird das Unpolitische politisch.
Ziele und Inhalte sind zwingend losgelöst von Personen. Jedoch müssen Personen die Ziele und Inhalte umsetzen, damit eine erfolgreiche Politik junger Menschen zu Stande kommen kann. Deswegen reicht das Vorstellen eines Paradigmenwechsel nicht aus, sondern er muss von fähigen Personen, die ihn nicht schon von vornherein ablehnen, umgesetzt werden.
gez.: Arne Bischoff
gez.: Torsten Bruns
gez.: Bianca Klimsch
gez.: Jakob Rohde
gez.: Christopher Schöne

